Design Interviews

Simple is difficult 04. Juni 2026

Porträt Manuel Jost

Lernen Sie Manuel Jost näher kennen. Seit Februar 2026 verantwortet er bei RIBAG die Produktentwicklung, das Design und das Produktmanagement und ist Mitglied der Geschäftsleitung.

Bitte stelle dich kurz vor: Wie sah dein Weg in die Produkt- und Designwelt aus?

Meine Grundausbildung habe ich als Maschinenbaukonstrukteur in einer Webmaschinenfabrik absolviert. Ein prägender Moment war für mich der CAD-Unterricht in der Berufsschule in Lenzburg. Dort sah ich ein Video, das den gesamten Produktentstehungsprozess zeigte. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass jedes Objekt, das uns umgibt, gestaltet und entwickelt wurde. Das war der Moment, an dem ich mich entschieden habe, diesen Weg einzuschlagen.

Ich absolvierte den gestalterischen Vorkurs sowie die gestalterische Berufsmaturität und studierte anschliessend Produkt- und Industriedesign an der HGK der FHNW in Basel.

Nach drei Semestern unterbrach ich mein Studium für ein Praktikum bei Sennheiser in Zürich. Während des Studiums arbeitete ich weiterhin freiberuflich für das Unternehmen. Nach meinem Bachelorabschluss war ich ein weiteres Jahr als Global Brandspace Design Manager bei Sennheiser tätig und gründete parallel mit zwei Studienkollegen FINK Produkt Design.

In den folgenden sechs Jahren war ich als Geschäftsführer und Industriedesigner selbstständig tätig und konnte vielfältige Projekte realisieren, von Möbeln über Consumer Electronics bis hin zu Medtech Lösungen für Startups, KMU und Grossunternehmen.

Was hat dich ursprünglich an diesem Bereich besonders fasziniert?
Es ist die Kombination aus Komplexität und Interdisziplinarität. Technik und Gestaltung zusammenzuführen und komplexe Problemstellungen zu lösen, reizt mich besonders. Ganz im Sinne von „Simple is difficult“. Diese Herausforderung fordert mich und hält meine Neugier lebendig.

Worin liegt dein Schwerpunkt in deiner aktuellen Position?
Ich verantworte die Produktentwicklung, das Design und das Produktmanagement. Der Fokus meines Teams liegt darauf, zukünftige Entwicklungen der Leuchtenbranche frühzeitig zu erkennen und Produkte zu entwickeln, die unserer Kundschaft einen klaren Mehrwert bieten.

An welchen Themen oder Projekten arbeitest du derzeit besonders intensiv?
Aktuell beschäftige ich mich intensiv mit der zukünftigen Portfoliostrategie, mit Farbbemusterungen, mit der Entwicklung neuer Produkte sowie mit der Pflege und Weiterentwicklung bestehender Lösungen. Parallel dazu wird die Teamstruktur weiterentwickelt und auf Effizienz ausgerichtet.

Was motiviert dich persönlich an der Arbeit im Leuchtenbereich?
Leuchten sind besondere Objekte, die unseren Alltag prägen und wesentlich zu unserem Wohlbefinden beitragen. Licht ist immer ein Erlebnis und muss im Kontext erfahrbar gemacht werden. Es hat die Kraft, Emotionen auszulösen und Räume zu transformieren. Diese Wirkung gezielt zu gestalten, ist meine Motivation.

Welche Trends oder Entwicklungen im Produktdesign findest du aktuell besonders spannend?
Ich beobachte mit grossem Interesse, wie sich das Berufsfeld in den kommenden Jahren verändern wird. Insbesondere die Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz wird auch im Produktdesign und im Ingenieurwesen neue Möglichkeiten schaffen und Prozesse nachhaltig verändern.

Was sind deine präferierten Design Klassiker?
Der iPod Classic sowie Apple Produkte im Allgemeinen, gestaltet unter der Designleitung von Jonathan Ive, stehen exemplarisch für minimalistisches und funktionales Industriedesign. Ebenso ikonisch ist der Jaguar E-Type von Malcolm Sayer, der als Meilenstein des Automobildesigns gilt. Im Produktdesign prägen das Braun Hi-Fi Wall Unit Stereo System und das Vitsoe Regalsystem 606 von Dieter Rams bis heute das Verständnis von Klarheit und Funktionalität. Auch der Plastic Chair von Charles und Ray Eames zählt zu den bedeutendsten Entwürfen des modernen Möbeldesigns.

Lese Tipp: Wie entsteht gutes Lichtdesign?
Die Weiterentwicklung unseres Portfolios und die Gestaltung von Licht-Erlebnissen erfordern den Blick für das grosse Ganze. Lesen Sie in unserem ergänzenden Beitrag, wie wir die Balance zwischen kreativer Vision und technischer Realität meistern und was zeitlose Lichtgestaltung ausmacht.

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